
Dieser Ratgeber soll für Hobbygärtner eine Anleitung sein, fachgerechte Schnittmethoden durchzuführen und das richtige Werkzeug dafür zu benutzen. Er deckt die Schnittarbeiten im Garten ab, die im Lauf eines Jahres anfallen: den Gehölzschnitt an Baum und Strauch, den Formschnitt an der Hecke, den Rückschnitt von Rosen und Stauden und die Frage, wann Sie welche Pflanze überhaupt anfassen dürfen. Neben der passenden Schere ist es außerdem sinnvoll, bevor man ans Werk geht, sich die Vorgehensweise immer wieder ins Gedächtnis rufen zu können. Wir richten uns vor allem an die Mutigen, die bereit sind fachgerecht zu schneiden. Denn was für die Pflanze eine notwendige Pflegemaßnahme ist, mag dem ästhetischen Auge des Betrachters radikal erscheinen. Doch wer das Leben seiner Pflanzen im Garten verstehen will und ihnen beim Überleben helfen möchte, muss sich auch an einen ordentlichen Rückschnitt wagen. Wer weiß, wie die betreffende Pflanze darauf reagiert, hat weniger Skrupel Hand anzulegen. Denn einfach wachsen lassen, ist für den Ertrag bei Obstbäumen nicht förderlich.
Natürlich ist das Schneiden für eine Pflanze ein harter Eingriff in ihren Wachstumsprozess. Normalerweise würde sie wuchern, soweit die Umgebung es zulässt. Das Gehölz wächst dann weit verzweigt und verbraucht viel Energie für die immer wieder neuen Triebe. Für Wind oder gar Stürme bieten diese Verästelungen eine große Angriffsfläche und es können dann auch dickere Äste abreißen. Dadurch kann der Baum schwer beschädigt werden. Deshalb ist es sinnvoll gerade bei Bäumen durch gekonntes Ausdünnen ein kompaktes Wachstum zu fördern. Auch die Ertragsmenge kann bei Obstbäumen dadurch enorm gesteigert werden. Jeder Gärtner weiß, wer in und mit der Natur arbeitet, braucht Geduld und die notwendigen Vorkenntnisse, wenn er seinen Pflanzen nicht schaden möchte.
Hier werden nun Beobachtungen und Erfahrungen so verständlich wie möglich wiedergegeben, damit auch ein Unkundiger die Möglichkeit hat von der Arbeit einer jahrzehntelangen Landschaftsgärtnertätigkeit zu profitieren. Dabei bedeutet eine fachgerechte Behandlung der Pflanze auch immer eine pflanzengerechte. Der Schnitt soll neben anderen Pflegemaßnahmen dazu dienen die Pflanze gesund zu halten und ihre Lebensdauer zu verlängern. Da jede Art ihren eigenen Habitus besitzt und oft eine unverwechselbare Gestalt entwickelt, stellt sich die Frage, welche Vorgehensweise am artgerechtesten ist. Hierfür ist auch die Wahl und Qualität des Werkzeugs nicht unwesentlich. Astscheren und Baumsägen können große Unterschiede aufweisen, denn schließlich sind nicht nur der Preis und die Tauglichkeit ein wichtiger Faktor. Quetschungen des Holzes müssen vermieden werden. Saubere Schnitte sind wünschenswert, ohne Abrisse der Rinde.
Bäume haben mit einigen Widerständen zu kämpfen. Wassermangel und austrocknende Winde können der Pflanze ziemlich zusetzten. Vor allem wenn sie an einem ungeeigneten Standort gepflanzt wurden, wird das physiologische System beim Wachsen und Gedeihen von Anfang an nicht optimal unterstützt.
Dann ist der Baum anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Doch der größte Gegner, dem sich der Baum gegenüber sieht, ist – man ahnt es schon – der Mensch mit seiner Astschere. Erscheint er auf der Obstwiese, kann das verheerende Folgen für das Obstgehölz haben. Dann werden Mitteltriebe gekappt, dicke Hauptäste einfach abgesägt und alle ein- und zweijährigen Triebe radikal abgeschnitten. Mehr als 50 Prozent des Astwerks fällt diesem Vandalismus zum Opfer. Wachstumsgesetze und Schnittregeln bleiben dabei völlig außer Acht. Maximal 30 Prozent der Äste dürfen dem Baum entnommen werden. Mehr sollte man ihm auf keinem Fall zumuten.
Leider stehen genug derart verunstaltete Bäume an Straßen, in Parkanlagen und Gärten.
Unachtsamkeit oder Unkenntnis lassen verkrüppelte Gestalten zurück, die zwar noch leben, sich aber nicht mehr artgerecht entfalten können. Es wird Jahre dauern, bis durch die fachgerechten Maßnahmen eines kundigen Baumpflegers solche Pflanzen in neuer Kraft aufgebaut sind.
Wer seine Pflanzen selbst fachgerecht zurückschneiden möchte, weiß oft nicht worauf es ankommt. Gerne verfahren Laien nach ihrem ästhetischen Empfinden und schnippeln weg, was gerade so ins Auge fällt. Leider ist diese Vorgehensweise für die jeweilige Pflanze nicht immer förderlich. Mag ein Liguster so manche Schneidattacke locker wegstecken, so sieht es beim Obstgehölz schon anders aus. So mancher Hobbygärtner mag sich wundern, dass sein Apfelbaum von Jahr zu Jahr weniger Früchte trägt, während das Geäst schön weiter wächst und wild verzweigt im Sommer mit seinen Blättern viel Schatten spendet. Wer aber ernten will, muss durch einen richtigen Frühjahrsschnitt dem Baum zuerst einen Anreiz bieten, um im kommenden Frühling viele Blüten, und wenn dann bestäubt, auch genügend Früchte zu bilden.

Bevor man also zur Tat schreitet, sollten folgende Fragen zuerst einmal geklärt werden:
Ist es notwendig in das Leben der Pflanze einzugreifen?
Bringt es der Pflanze Vor- oder Nachteile, wenn sie zurückgeschnitten wird?
Wie kann man durch Zurückschneiden das Ausufern der Pflanze eindämmen ohne ihr zu schaden?
Und besitzt man das notwendige, geschärfte Werkzeug für einen artgerechten Schnitt?
Bei folgenden Beispielen ist ein Schneiden wünschenswert, zu empfehlen oder gar unumgänglich:
1. Obstbäume und -sträucher (Aufbau, Pflege, Erziehung, Verjüngung) sollten regelmäßig fachgerecht geschnitten werden. Nach dem Setzen von Hoch- und Halbstämmen oder kleinen Buschbäumen im Spät- oder Frühjahr ist im Frühling der erste Schnitt fällig, an den sich in den Folgejahren ein artgerechter Erziehungsschnitt anschließen muss. Für einen gesunden und stabilen Kronenaufbau eines Obstbaumes benötigt es in den ersten drei bis fünf Jahren (je nach Sorte)einen regelmäßigen Erziehungsschnitt. Nach dem Aufbau eines tragfähigen Kronengerüsts sollten die Obstgehölze nur noch einen regelmäßigen, leichten Pflegeschnitt erfahren.
2. Hecken können formgerecht getrimmt werden (auch die Einzelpflanze).
3. Krankheitsschäden (Mehltau, Spitzendürre, Krebswucherungen usw.) müssen bis ins gesunde Holz entfernt werden.
4. Baumsanierung (Stammfehler bereinigen und ausschneiden, faulende Stellen des Holzes bis ins gesunde Holz (Splint- oder Kernholz) herausschneiden, ausschaben und weiterbehandeln
5. Astbrüche durch Sturm, Frost, Schneelast oder zu üppigen Erntebehang müssen versorgt werden.
6. Trockene oder durch Frost geschädigte Äste und Zweige werden nach dem Winter herausgeschnitten (z.B. Rosen, immergrüne Berberitzen, Cotoneastersorten usw.).
7. Nachwinterlicher Rückschnitt der meisten Rosenarten (jährlich). Ausnahmen sind viele Kletter- und Parkrosen. Ein Sommerschnitt kann die Reichhaltigkeit der Blüten fördern.
8. Förderung des Blütenansatzes durch Rückschnitt (z.B. Heidearten, Forsythien, spätblühende Clematis). Die Pflanzen blühen dann fast immer fülliger.
9. Verwelkte Blüten werden abgeschnitten (Stärkung des nachfolgenden Blütenansatzes). Dies ist sinnvoll bei Flieder, Rhododendron, Weigelia usw.
10. Nach dem Rückschnitt von Herbstblühern (z.B. Buddleia, Caryopteris, Ceanotus oder Perowskia) gedeiht die Pflanze gut und blüht reicher.
11. Bodendeckerpflanzen werden durch Zurückschneiden am wilden Wuchern gehindert, damit Beete in ihrer Schönheit erhalten bleiben (z.B. Hypericum, verschiedene Spiraea-Arten und niedrige Potentillasorten)

Hier sollte jedoch die Notwendigkeit genauer überdacht werden und dann erst sinnvolle, pflanzengerechte Eingriffe vorgenommen werden.
1. Zu groß gewordene Baumkronen oder Sträucher sollten aus Raummangel oder anderen Gründen ausgelichtet oder zurückgeschnitten werden.
2. Bestimmte Arten sind besonders gefährdet bei starkem Wind zu brechen (z.B. Robinia pseudoacacia oder Acer saccharinum „Wieri“). Daher sollte die Bildung von Astgabeln rechtzeitig verhindert werden.
3. Wassertriebe werden in den allermeisten Fällen entfernt. Zuerst sollte man die Gründe des Entstehens klären und überlegen, ob tatsächlich alle Triebe entfernt werden müssen.
4. Die über die Grundstücksgrenze hinauswachsenden Zweige können zu Nachbarschaftskonflikten führen. Wenn Pflanzen zu nah an der Grenze gepflanzt wurden, muss unter Umständen geschnitten oder gar gerodet werden. Gesetze sollen bei der Entscheidung helfen. Verlierer ist jedoch immer die Pflanze.
5. Ein Schneiden von Gehölzen aller Art (Hecken, Blühsträucher, Obstbäume) führt immer zur Verjüngung der jeweiligen Pflanze. Ob diese Maßnahme jedoch immer erforderlich ist, muss für jede individuell festgelegt werden.
· Je stärker ein Baum zurückgeschnitten wird, umso kräftiger fällt der Neuaustrieb aus.
· Je senkrechter ein Ast gewachsen ist, umso stärker wächst er weiter. Soll ein Baum in seinem Wachstum gebremst werden, empfiehlt sich ein Sommerschnitt.
· Seine Krone soll zum einen gut durchlüftet werden, zum anderen jedoch immer noch genug Blattwerk besitzen, um Schatten zu spenden. So sind die Früchte vor einem Sonnenbrand geschützt.
· Der Obstbaumschnitt soll generell eine Balance zwischen Triebwachstum und Fruchtbildung schaffen.
Der Zeitpunkt ist bei Schnittarbeiten im Garten nicht frei wählbar. Für Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze schreibt § 39 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eine Schonzeit vom 1. März bis zum 30. September vor. Erlaubt bleiben in dieser Zeit schonende Form- und Pflegeschnitte zur Gesunderhaltung, die den diesjährigen Zuwachs entfernen; starke Rückschnitte an Sträuchern und Gehölzen gehören in das Winterhalbjahr vom 1. Oktober bis Ende Februar. Für Bäume im Hausgarten gilt diese Frist nicht unmittelbar, hier greifen die Baumschutzsatzungen der Städte und Gemeinden; eine Baumfällung planen Sie deshalb rechtzeitig vor dem Frühjahr ein.
Ausführlich erklärt: Welche Schnitte während der Schonzeit im Einzelnen zulässig sind, welche Ausnahmen das Gesetz kennt und was bei einem Verstoß droht, lesen Sie auf unserer Seite Hecke schneiden: wann ist es erlaubt?.
Der richtige Schnittzeitpunkt hängt an der Pflanzenart und vor allem daran, an welchem Holz die Pflanze ihre Knospen bildet. Grob lässt sich das Gartenjahr in fünf Fenster einteilen.
Im Herbst wird abgeräumt, nicht verjüngt. Sinnvoll sind das Entfernen abgestorbener und kranker Triebe, das Abnehmen von Fruchtmumien an Obstgehölzen und ein leichtes Einkürzen langer Rosentriebe. Stauden dagegen dürfen ruhig stehen bleiben: Die trockenen Halme sind Winterschutz für die Pflanze und Quartier für Insekten, der Rückschnitt erfolgt erst im Frühjahr. Koniferen und andere immergrüne Gehölze bleiben im Herbst ebenfalls weitgehend unangetastet, weil frische Schnittwunden bis zum Frost nicht mehr verheilen.
Beim Heckenschnitt entscheidet die Wuchsform über das Ergebnis. Eine Hecke sollte unten breiter sein als oben, weil die unteren Triebe sonst zu wenig Licht bekommen und mit den Jahren verkahlen. Laubgehölze wie Hainbuche oder Liguster verzeihen einen späten starken Rückschnitt, Koniferen wie Thuja treiben aus altem Holz dagegen kaum noch aus. Beim Schnitt von Sträuchern gilt dasselbe Ziel: Licht und Luft in die Pflanze bringen, altes und sich kreuzendes Holz herausnehmen und die natürliche Gestalt erhalten, statt die Pflanze rundherum abzuscheren.
Jeder Schnitt hinterlässt eine Wunde. Setzen Sie ihn deshalb sauber und dicht am Astring, ohne einen Stummel stehen zu lassen, und schneiden Sie bei einjährigen Trieben knapp über einer nach außen zeigenden Knospe. Kleine, glatte Schnittwunden verheilen deutlich schneller als ausgefranste. Wie wir Hecken in der Praxis pflegen, lesen Sie auf der Seite Heckenschnitt Heidelberg, den Aufbau von Kronen beschreiben wir unter Baumschnitt und Obstbaumschnitt.
Für die meisten Schnittarbeiten im Garten reichen drei Werkzeuge. Eine Bypass-Gartenschere schneidet lebende Triebe bis etwa zwei Zentimeter Stärke, eine Astschere mit langen Griffen bewältigt Äste bis rund vier Zentimeter, alles darüber gehört in die Säge. Dazu kommen Gartenhandschuhe, eine Schutzbrille bei Arbeiten über Kopf und ein sicherer Stand auf einer geeigneten Leiter. Welche Schere zu welcher Hand und welchem Gehölz passt, haben wir in unserer Kaufberatung zu Gartenscheren und beim Kauf einer Astsäge beschrieben.
Wichtiger als der Preis ist der Zustand: Stumpfe Klingen quetschen das Holz, und gequetschte Schnittwunden sind eine Eintrittspforte für Pilze. Schärfen und reinigen Sie Ihr Werkzeug deshalb regelmäßig und desinfizieren Sie die Klingen, wenn Sie an einer erkrankten Pflanze gearbeitet haben, bevor Sie zur nächsten weitergehen.
Manche Arbeiten sind sinnvoller in fachkundigen Händen aufgehoben: hohe Kronen, alte Bäume, ein Verjüngungsschnitt an einer verkahlten Hecke oder eine Baumpflege, bei der die Verkehrssicherheit eine Rolle spielt. Green Cuts übernimmt Schnittarbeiten in Heidelberg, Leimen, Sandhausen, Dossenheim, Schriesheim, Eppelheim, Nußloch, Walldorf und Umgebung, mit über 25 Jahren Erfahrung in der Gartenpflege. Das Schnittgut nehmen wir auf Wunsch direkt mit und entsorgen es fachgerecht.
Was ein Gärtner für Schnittarbeiten kostet, hängt vom Aufwand ab: von der Höhe und Zugänglichkeit der Gehölze, vom Zustand der Pflanzen und davon, ob das Schnittgut entsorgt werden soll. Deshalb nennen wir keinen Stundensatz am Telefon, sondern sehen uns Ihren Garten kostenlos an und geben Ihnen anschließend ein verbindliches Angebot. Richtwerte finden Sie auf den Seiten Baumschnitt Kosten und Gartenpflege Kosten. Wer die Schnittarbeiten gar nicht mehr selbst im Blick behalten möchte, bucht unser Abo-System mit drei Terminen im Frühjahr und drei im Spätjahr. Rufen Sie uns an unter +49 178 6262717 oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular.
Für Hecken, lebende Zäune und Gebüsche gilt nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz eine Schonzeit vom 1. März bis 30. September. In dieser Zeit sind nur schonende Form- und Pflegeschnitte zulässig, die den diesjährigen Zuwachs entfernen; stärkere Eingriffe gehören in die Zeit vom 1. Oktober bis Ende Februar. Die Einzelheiten dazu stehen auf unserer Seite Hecke schneiden: wann ist es erlaubt?.
Im Herbst werden abgestorbene und kranke Triebe entfernt, Fruchtmumien abgenommen und lange Rosentriebe leicht eingekürzt. Stauden bleiben als Winterschutz stehen und werden erst im Frühjahr geschnitten, starke Rückschnitte an Gehölzen warten bis in den Winter.
Das lässt sich pauschal nicht seriös beantworten, weil Höhe, Zugänglichkeit und die Entsorgung des Schnittguts den Aufwand bestimmen. Green Cuts besichtigt den Garten kostenlos und erstellt danach ein verbindliches Angebot. Preis-Richtwerte je Leistung finden Sie auf unseren Kostenseiten.
Als Faustregel gilt: höchstens 30 Prozent des Astwerks in einem Durchgang. Wird mehr entnommen, reagiert der Baum mit starkem, instabilem Neuaustrieb und verliert an Vitalität. Große Rückschnitte werden deshalb besser auf mehrere Jahre verteilt.
Eine scharfe Bypass-Gartenschere für Triebe bis etwa zwei Zentimeter, eine Astschere bis rund vier Zentimeter und eine Handsäge für alles darüber, dazu Gartenhandschuhe. Entscheidend ist, dass die Klingen scharf und sauber sind, damit die Schnittwunden glatt bleiben und schnell verheilen.
Schreiben Sie uns oder rufen Sie an - wir beraten Sie gern unverbindlich.